Wednesday, November 22, 2006
Wednesday, July 06, 2005
4. tag, mi: graceland and a lot of memphis
so. heute steht also graceland auf dem programm. eric, unser elvis-fan, ist schon ganz aufgeregt. zuerst aber ordentlich frühstücken. und dazu muss man sich gleich mal ins auto setzen. denn zu fuß erreicht man von unserem "graceland inn" aus gar nichts. wir fahren an einem ihop vorbei. was ist ein ihop? na ganz einfach: ein international house of pancakes. was daran jetzt international ist, ist mir auf den ersten blick nicht klar, aber eric meint "i grew up on that stuff", also dürfte es nicht sooo schlecht sein.
martina und ich leiden schon ein bisschen am essen. wir sehnen uns nach frischem obst oder einem müsli. gutem brot mit käse. ein ordentliches frühstück halt und nicht immer diese fettigen sachen. die karte des ihop sieht ja ganz nett aus. ein paar omelettes, eier in allen variationen. aber das steht mir schon so an. da entdecke ich einen salat. vielleicht nicht so ganz richtig für ein frühstück, aber wenigstens mal was frisches, rohes, knackiges...
die anderen sind schlauer und bestellen sich ein omelette, das mit einem berg pancakes serviert wird. ausreichend für 2 personen. martina hat sich trockenen toast mit marmelade und haferflocken bestellt. kann nicht schiefgehen. und dann kommt da auch noch mein salat. eine traurige angelegenheit. eisbergsalat. mit abstand der langweiligste salat auf erden. ohne jeden geschmack. und hübsch aussehen tut er auch nicht. darauf verteilt: ein paar streifen pressschinken, ein ei, american cheese, traurige oliven, sehr traurige tomaten. serviert mit einem pappigen dressing aus einem plastikbecherl.
was kommt nun? die food-krise. ich würde am liebsten losheulen. kann mich grade noch zurückhalten der allgemeinen stimmung wegen, die ja nicht schlecht ist. ich hab mich ja schon auf "schlechtes" essen vorbereitet, aber gerade die frühstücksmöglichkeiten treiben mich zur verzweiflung. und sowas als salat zu verkaufen ist ein schlechter witz!!! ich bin gereizt und wütend gleichzeitig. meinem magen geht es schon ganz schlecht und am liebsten würde ich diese blöde salatschüssel an die wand werfen. ich lass fast den ganzen salat über und schnorre bei dieters pancakes. martina und ich beten inständig bald einen supermarkt zu finden, wo man frisches obst kaufen kann. und das klappt dann sogar. ich entdecke so nebenbei auch meine lieblings-cracker-sorte. es geht also aufwärts und die food-krise ist schon fast wieder vorbei...
wir fahren nach graceland. die elvis-fans fahren in bussen vor und ein riesen parkplatz füllt sich mit autos. wir sind ca. um 13 uhr dort und kriegen tickets für die 14.30-uhr-tour. in der zwischenzeit kann man sich einen kleinen elvis-film ansehen oder in einem der ca. 20 souveniergeschäften sinnloves elvis-zeug kaufen. unglaublich was man alles kaufen kann. ich bleib da mal standhaft, aber dieter und eric schlagen gleich mal bei den elvis-brillen zu, martina besorgt sich einen elvis-sweater und reingard einen elvis-trinkbecher. für mich dann halt postkarten.
endlich kriegen wir einen platz im bus, der die elvis-fans (zu denen ich ja mittlerweile auch schon gehöre) vom visitor center nach graceland bringt. wir fahren durch das tor, vor dem wir gestern noch fotos machten, und eine geschwungene auffahrt später stehen wir vor den toren gracelands. ein bisschen klein ist es. ich hab mir das so wie eine rock'n'roll-variante von neverland vorgestellt.
im inneren dann erst mal kitsch ohne ende. flauschige teppiche, kronleuchter, leder-couches, tiffany-lampen. alles ist vollgerammelt. im keller findet sich ein billard-zimmer und eine art fernsehraum mit minibar. im erdgeschoss eine kleine küche und der jungle room. am besten sieht man das ganze wohl auf den bildern.
während man so mit dem audioguide am ohr durch das haus spaziert, sieht man unzählige bilder und erinnerungsstücke an den king und hört zu vielem interessante geschichten. in zwei abgesonderten gebäuden findet man unzählige goldene schallplatten, poster und fotografien. die legendären elvis-anzüge. golden, in bunten farben, mit stickereien, perlen....
ich bin schwer beeindruckt von dem ganzen.
den abschluss der tour bildet ein besuch an elvis grabstätte. er liegt dort zusammen mit seinen eltern unter schweren grabsteinen. kleine plüschtiere stehen da, blumen und abschiedbriefe. aus dem audioguide erklingt traurige musik, die perfekte inszenierung. wer da nicht ergriffen ist, bei dem stimmt was nicht. eric und dieter trauern noch eine extraminute.
wir fahren mit dem bus retour. wir werfen noch einen blick auf "lisa marie", elvis privatflugzeug. dort ist auch groß sein logo, oder sagen wir besser sein motto, drauf: TCB - taking care of business! dieter hält uns einen flyer von einer bob-dylan-fotoausstellung unter die nase. bei stax-records. na dann...
wir fahren richtung memphis, sind aber noch immer mehr in den suburbs. stax records ist ein berühmtes aufnahmestudio. als wir aus dem auto aussteigen sehen wir einen ziemlich neues gebäude inmitten von heruntergekommen wohnhäusern. ich hab nicht viel ahnung, wie es eigentlich im "süden" aussieht, aber das bild, das man plötzlich vor augen hat, trifft es. kleine reihenhäuser, eines sieht aus wie das andere, allerhand zeug steht ums haus herum, auf der einen oder anderen veranda sitzen leute, jugendliche in der straße spielen mit krachern herum. es ist eine schwarze gegend. trostlos und abgewohnt.
wir sind schon spät dran. leider. denn das soul-museum bei stax records ist einfach toll. wunderschön und interessant aufbereitet. dieter bewegt sich schnurstracks zu den fotos von bob am ende der ausstellung, wir anderen ziehen uns genüßlich den soul rein. nebenbei finde ich eine unglaublich beeindruckende sammlung an soul-platten-covern.
doch noch immer nicht genug musik. ein weiteres berühmtes aufnahmestudio in memphis ist "sun studios". vorher aber noch hunger stillen: gegenüber von stax records gibt es einen supermarkt. martina und ich gehen zielstrebig hinüber. ein paar apferl werden sie wohl haben. als wir drinnen sind, bietet sich uns ein eigenartiges bild. leere regale, trübe beleuchtung. das geschäft sieht aus wie nach einer plünderung. die obst- und gemüseabteilung ist so gut wie nicht vorhanden. wir finden nur ein paar hamburger buns, extragroße flaschen cola, einige schachteln kurious aussehende tiefkühlprodukte. was essen die leute denn hier? selbst wenn sie nicht kochen können, so wie ein großteil der amerikaner, sie müssen doch zumindest was auftauen oder in der mikrowelle heiß machen.... dank martinas adlerauge finden wir müsliriegel. na sowas! ich trau mich auch, bei einem smoothie zuzugreifen. zusammen mit einer flasche wasser stellen wir uns in die reihe bei der kasse. wir ziehen die blicke auf uns, weil wir die einzigen weißen sind. sowas juckt mich aber schon überhaupt nicht mehr.
halb verhungert genieß ich meine müsliriegel auf dem parkplatz vor dem supermarkt. eric telefoniert und ich schau mir die gegend an. halb mit verwunderung, halb mit begeisterung. ich hab nun mal eine schwäche für die etwas räudigeren teile einer stadt. vielleicht weil ich - verglichen mit dem durchschnitt der amerikanischen bevölkerung - geradezu reich und verwöhnt aufgewachsen bin. das fällt einem in new york nicht auf, umso mehr aber überall anderswo in amerika.
eine kurze autofahrt richtung downtown und schon sind wir bei sun records. ein kleines eckhaus. ganz unscheinbar. auch hier gibt es ein museum. wir sehen elvis schulzeugnis und fotos von u2!! die haben hier teile von "rattle and hum" eingespielt. an der wand hängt noch das mischpult - ich denke halt, dass es ein mischpult ist - von ihnen. schon aufregend.
neben dem museum selbst befindet sich das eigentliche aufnahmestudio, das mir vorher gar nicht aufgefallen ist. eine leuchtschrift "sun records" im fenster ist alles, was auf das berühmte studio hinweist. der erste raum ist ein kleines büro, einen raum weiter ist man schon im aufnahmestudio. ein paar instrumente stehen herum. fotos von elvis und jerry lew lewis! durch die glasscheibe sieht man das aufnahmeequipment. der guide spielt "when love comes to town" als original-recording vor. viele weltbekannte musiker haben in diesem kleinen unscheinbaren raum schon aufgenommen: elvis, johnny cash, roy orbison,... und jeder, der ungefähr 70 dollar in der stunde zahlt, kann die räumlichkeiten mieten. da wir alle nicht so die sänger sind, begnügen wir uns damit, kurz mal in ein historisches mikro reinzusingen.
obwohl wir schon ziemlich viel gemacht haben, ist es noch gar nicht so spät. erst 8. wir fahren downtown memphis. sehen uns aus der ferne die pyramide (eine art veranstaltungshalle) am mississippi-delta an. wir spazieren ein wenig umher und finden das national museum of civil rights welches gleich neben dem motel steht, in dem martin luther king erschossen wurde. das motel ist geschlossen und teil des museums. es sieht alles noch so aus, wie es wohl auch damals ausgesehen hat. das loretta motel im stile der 50er jahre, alte autos, die davor stehen. ein rosenkranz, der an der stelle hängt, an der martin luther king von den kugeln getroffen wurde. der himmel ist noch strahlend blau mit einigen schönwetterwolken, alles ist sehr still. der erste moment heute, an dem einmal nicht viele leute um einen herum sind. diese ecke memphis ist schon sehr schön hergerichtet und wohl eine wohngegend für besserverdienende. wir unterhalten uns mit drei african american business man, die sich auch gerade die gedenkstelle ansehen. wir fahren mit einer alten straßenbahn richtung zentrum und sind bald bei der beale street. diese straße ist nun der volle gegensatz. laut, voller bars und live musik. eine harley neben der anderen steht auf der straße und es ist jede menge los. wir sind nun wieder mal hungrig. ein müsliriegel ist ja nett, aber nach einem anstrengenden tag sehnt man sich nach "mehr".
eigentlich wollten wir ja heute schon aus memphis weiter, aber beim gestrigen abendessen haben wir uns entschlossen noch eine nacht dranzuhängen. so können wir das memphis nightlife ausgiebig genießen. die stadt ist ja bekannt für sein barbeque und da es schon ziemlich lange her ist, dass wir spare ribs hatten (gestern) brauchen wir heute wieder welche. die auswahl an unterschiedlichen küchen ist aber klein. entweder fastfood, pizza oder eben barbeque. wir lassen uns ein restaurant empfehlen (am besten fragt man sowieso immer die einheimischen nach dem besten essen) und landen im "rendezvous". hört sich nach einem romantischen lokal für erste dates an, ist aber in wahrheit ein großes, vollgerammeltes lokal mit leichten einschlag in richtung "deutsche bierhalle". wir kriegen gleich einen tisch und haben größte schwierigkeiten aus der großen anzahl unterschiedlicher spare ribs die richtigen auszuwählen. ich hab lamm. im endeffekt ist das alles eine riesensauerei, weil man eben mit den fingern ist, alles fettig ist und dann auch noch überall diese supergute barbeque-sauce dran ist. eigentlich fast ein ritteressen. gestärkt ziehen wir weiter. vorbei an einem kino, in dem gerade die premiere von "hustle & flow" läuft. angeblich ist ludacris da. ein roter teppich ist jedenfalls ausgerollt. reingard und ich warten ein wenig, aber so wie es aussieht, kommt da niemand mehr vorbei.
wir finden die anderen drei in einer bar in der beale street, es spielt gerade eine band und die musiker sind ausnahmslos klasse! das niveau dürfte in einer stadt wie memphis ja ziemlich hoch sein. und in der beale street reiht sich ein lokal an das nächste und jede hat eine liveband. ich hab kurz das unbändige verlangen auf foto- und videotour zu gehen und ziehe mal eine halbe stunde alleine rum. fotografieren kann man sowieso am besten alleine.
reingard kommt in der bar mit einem ungarischen pärchen ins gespräch. er gitarrist und sie ist mit ihm hierher gereist und sucht arbeit in einem hotel. die können beide auch noch deutsch, aber wir reden dann doch lieber in englisch. wir verstehen uns alle sehr gut und ziehen in ein anderers lokal weiter. gabriel (so heißt er) erzählt uns vom schweren leben eines musikers hier, dass er in graz auch schon mit ripol raskolnikov aufgetreten ist, und das memphis für einen bluesgitarristen eben das mekka ist. er ist heilfroh, dass er jeden abend in der bar gegenüber spielen kann, weil sie beide sonst kein geld hätten.
so gegen 2 sind wir dann doch hundemüde (war ja auch viel los heute) und wir fahren heim in unser graceland inn.
ein ziemlicher langer eintrag.... ich weiß. aber morgen heißt es autofahren, da wird es wohl nicht soviel zu berichten geben.
Tuesday, July 05, 2005
3. tag, di: jack daniels bis nach memphis
ich wache natürlich als erste auf. eric kriegt gleich den riesenanfall, weil ich unabsichtlich seine matratze mit dem fuß "streife" und den vorgang einen spalt beiseite schiebe um licht reinzulassen. es ist bitte 8 uhr!! das späte aufstehen meiner "kumpels" hat aber den vorteil, dass ich mir beim duschen zeit lassen kann und das badezimmer noch nicht überflutet ist.
so gegen 10 uhr sind wir dann endlich startklar.
wieder mal ich als fahrer. frühstücken wollen wir wieder etwas später unterwegs. und wieder ist es ein waffle house. nicht weil das so verdammt gut schmeckt, aber soviel auswahl hat man on the road eben nicht. ich hab ja normalerweise keinen empfindlichen magen, bin auch erklärte fleischesserin und nicht so eine übersensible vegetarier-gesundheits-prinzessin, aber meine verdauung sagt schon lautstark "so nicht!". all diese eier, käse, ham,.... alles ist fettig und ein klumpen im magen.
unser nächstes ziel: die jack daniels distillery in lynchburgh. eric und martina sind ja erklärte whiskey-liebhaber und haben können es gar nicht mehr erwarten. da lynchburgh selbst eine "dry town" ist, wo man keinen alkohol kaufen kann (aus welchen gründen auch immer) müssen wir eine ortschaft vorher stehen bleiben und in einem liquor store den berühmten "jack daniels green label" für eric kaufen.
weiter geht's zur distillery. man die gegend hier getrost als pampa bezeichnen. jeder fährt einen pick up und sieht recht erdig aus. ein weißer gestrichener zaun reiht sich an den nächsten. die distillery schaut sehr einladend aus. ein neu errichtetes gebäude mit einem kleinen museum und die brennerei selbst sieht auch sehr schmuck aus.

unser guide heißt william. der kennt hier wahrscheinlich jeden winkel und ist ein wahrer whiskey-experte. wir spazieren durch alle möglichen gebäude mit großen behältern, wo alles mögliche passiert. gären, destillieren, lagern, etc. eric und martina wollen unbedingt fotos mit der jack daniels statue und allen möglichen schildern. in unserer gruppe ist auch eine österreicherin, die schon vor jahrzehnten nach amerika ausgewandert ist. sie ist so mitte 60 denk ich und mit ihrem ehemann da. reingard unterhält sich mit ihnen und wie es sich so herausstellt sind das doch die größten rassisten. die frau regt sich über die vielen einwanderer auf ohne wohl daran zu denken, dass auch sie einmal als fremde in dieses land gekomen ist. obwohl man sich ja ausmalen kann, wie die leute im inneren der usa so sind, ist man doch ziemlich schockiert. nyc ist halt doch nicht amerika.
nach der distillery reißt dieter das steuer an sich. wahrscheinlich weil er unbedingt bob dylan hören will. wir fahren durch einen wahren wolkenbruch. irgendwie ist die landschaft auf einmal sehr schön. sehr weit gezogen und geschmeidig. echtes roadtrip-feeling kommt auf. und wir haben auf einmal auch eine roadtrip-hymne gefunden: whitesnake - here we go again....
nach einem kleinen subway-snack (meiner meinung nach echt gutes "fast food") - toasted meatball marinara, mmmh! - kommen wir abends in memphis an.
so, welches hotel nehmen? wir konsultieren unseren "lonely planet"-guide. heartbreak hotel? hört sich ja spaßig an. leider aber nichts mehr frei. wir finden ein supergünstiges motel, welches sich, nach vorhergehender zimmerinspektion, auch gar als so übel erweist: das graceland inn. und gar nicht weit weg von elvis' graceland. obwohl nicht weit hier andere dimensionen hat. ohne auto kommt man vom motel aus gar nirgends hin. unsere rezeptionistin empfiehlt uns fürs abendessen "marlowe's". ein barbeque-lokal "nicht weit" vom motel. die haben dort auch einen eigenen abholservice mit cadillac. sowas lassen wir uns natürlich nicht zweimal vorschlagen. nachdem einem kleinen duschmarathon wartet auch schon ein babyrosafarbener cadillac in der einfahrt. drinnen tapeziert mit schwarz-weißen tiger- und leopardenmuster.
marlowe's ist ein lokal vollgepackt mit elvis-schnickschnack, fahnen und leuchtreklamen.
wir bestellen uns - wie könnte es anders sein - spareribs. martina nicht. die ist vegetarierin, aber eine ganz pflegeleichte. für sie gibt's salat. und schon kommen riesige fleischmassen mit bohnen und anderen beilagen. mein magen freut sich schon richtig auf diese schwerstarbeit. aber was soll's. gut ist es ja!
nach dem essen setzen wir uns an die bar. eric und martina sind da gleich mit ein paar "einheimischen" im gespräch. memphis ist schon tiefster süden und viele leute sind hier african americans. wir fallen also durchaus auf. und mit unserer roadtrip-story kommt man mit den leuten auch schnell zum reden. und die leute sind auch alle sehr offen und freundlich.
dieter, reingard und ich fahren schon etwas früher nach hause. natürlich mit dem cadillac. wir fragen den fahrer über elvis aus. er fährt uns zu den toren von graceland für ein foto und plaudert aus dem nähkästchen. dass er als kleiner junge elvis persönlich getroffen hat und dass der king eben der king ist.
zum abschluss fällt dem guten herrn noch was ganz besonderes ein. reingard und ich sollen sich doch bitte für ein foto auf die kühlerhaube des cadillac legen. naja, gut. wir wollen mal nicht so sein.
voller vorfreude auf graceland gehen wir mal schlafen.
Monday, July 04, 2005
2. tag, mo: nashville, tennessee
meine schlimmsten befürchtungen für den roadtrip sind ja, dass ich mit langschläfern unterwegs bin, die in der früh nicht aus dem bett kommen. und am ersten tag geht das schon mal ziemlich zaaaaach! bis die alle aufgestanden und geschniegelt sind.....
im hotel gibt es kein frühstück, wir wollen unterwegs was nettes finden. das ist mal überhaupt nicht einfach. martina fährt jetzt. die gehört auch eher zur fraktion powerfahrer..... und sie wünscht sich als musik zum richtigen wach werden eine prise "system of a down". wir vier anderen sind ein bisschen schockiert. das ist nun doch ziemlich hart so am morgen.
endlich finden wir ein waffle house. laut eric, unserem amerikaner, ist das essbar. skepsis ist also angebracht.
im waffle house gibt es logischerweise waffeln, alle möglichen variationen von eiern mit speck, ham und erdapfeln, french toast und grits. grits sind so eine art griesbrei. und wir sitzen, wie es sich für ein diner gehört, auf hockern direkt bei der theke. die kellnerin sieht aus wie im film und nimmt unsere bestellung auf (ich probier mal ein simples egg-sandwich und cornflakes). gleich hinter der schank ist der herd und man kann zuschauen, wie sie auf diesem fettigen ding die eier zubereiten und den speck anbraten. ernährungswissenschafter würde auf der stelle einen herzinfarkt kriegen. auf jeden fall schmeckt das ganz ok. der kaffee schmeckt sowieso immer wie abwaschwasser.

um uns herum amerika, wie man es aus filmen kennt. und doch fremd und eigenartig. die leute würgen ihren frühstücksspeck hinunter, sind angezogen wie in den 80er jahren und schauen irgendwie trostlos drein.
unser ziel heißt nashville. die hauptstadt der country music. es ist noch ein ziemliches stück und so fahren wir nun einige stunden dahin. zeit genug um über musik zu diskutieren. oder besser gesagt versuchen, den eigenen musikgeschmack durchzusetzen. da gibt es die bob dylan fraktion, die u2 und hiphop fraktion und die system of a down fraktion. wir einigen uns darauf, dass von nun an immer der fahrer die musik aussuchen darf.
über die landschaft gibt es nicht viel zu sagen. grün, wälder, leicht hügelig. farmhouses, kleinere orte. dann endlich: 4 uhr. nashville. auf den ersten blick eine ganz nette stadt. alte häuser. auch einige hochhäuser (offensichtlich bürogebäude) und dann schon die hauptstraße. eine bar neben der anderen. bunt angemalte fassaden. die gesichter von willie nelson und johnny cash überall. gitarrenshops. harley davidsons. na, das wird ja was werden. aber zuerst ein hotel suchen. wir gönnen uns mal was und buchen das sheraton. vor allem weil es dort wlan gibt :) hotelzimmermäßig machen wir das ja immer so: in amerika wird gibt es immer einen pris für das hotelzimmer, unabhängig von der anzahl der leute, die drinnen schlafen. wenn man da also eines mit zwei doppelbetten bucht, können auch locker 5 leute drinnen schlafen. für diese zwecke haben wir eine tolle aufblasbare matratze und jede nacht sollte sich eben einer opfern und auf diesem luftding schlafen. die anderen wechseln sich halt ab und vergnügen sich mit wechselndem partner in den betten. das hört sich jetzt wild an, ist es aber natürlich nicht ;)
eric ist diese ösi-intimität suspekt und will heute die 2. nacht auf der luftmatratze schlafen. er ist noch ziemlich schräg, aber nach dem freiluftpinkeln werden wir ihm sicher auch noch andere sachen beibringen.
zuerst wird aber sowieso fortgegangen. ich hab vergessen zu erwähnen, dass heute independence day ist. der 4. juli. dementsprechend sind schon viele einwohner nashvilles mit ihren ami-typischen camping-klappstühlen unterwegs in das stadtzentrum. das machen sie immer und überall so. bei openair-konzerten, paraden,.. immer diese klappstühle, am besten mit getränkehalter.
der hunger ist groß und ich lass mich bei einem der essständen zu irgendwelchen teriyaki-nudeln hinreißen. leider gar nicht gut. da hätte ich wohl eher bei den gigantischen spareribs zugreifen sollen. reingard hat sich mittlerweile einen gelben cowboy-hut gekauft. überhaupt rennt hier jeder zweite mit einem cowboy-hut, hemd, dass in die hose reingesteckt wird und riesengürtel mit riesengürtelschnalle herum. dazu noch cowboy-boots.
der gelbe hut passt reingard aber prima. außerdem hat sie noch ein gelbes top an. auffälliger geht es nicht mehr. vor dem großen feuerwerk genehmigen wir uns noch ein bierchen in einem pub. es heißt aber gleich einen guten spot zu finden, um das feuerwerk auch ja gut zu sehen. wir finden was mit guten blick auf das titans stadion, über dem sie die raketen abschießen. (tennessee titans. da werden erinnerungen wach. was hab ich geheult als quarterback steve mcnair und kevin dyson bei der superbowl 2000 gegen die rams nur ein einziger yard zur verlängerung gefehlt hat.) das feuerwerk ist ganz nett. ich hab schon bessere gesehen.

und nun ab in die bars. wir gehen zuerst in ein lokal namens tootsies. livemusik gibt es hier überall. und die band ist auch gar nicht so schlecht. aber nicht gut genug. deshalb weiter. wir finden einen country-karaoke-schuppen. beim eingang fragt uns ein typ (bei dem reingard vorher ihren gelben hut gekauft hat) was er denn für uns singen soll. da hat man nun die qual der wahl, wenn man kein country-experte ist. mir fällt da nur dieser keith urban ein, weil er eben 2 tage zuvor bei live8 aufgetreten ist. ganz angetan von meinem augenscheinlichen country-music-wissen, weiß er sofort das passende lied: "somebody like you". aha. er singt auch ganz ordentlich. so hinter der bar zwischen einem berg von bierschachteln stehend. alles mehr improvisiert hier.

in der bar gegenüber gibt's auch karaoke. sehr witzig. bis jetzt macht das alles riesenspaß! eric und dieter versprechen uns "suspicious minds" als duett. wir mädels freuen uns schon riesig, aber irgendwie gibt es auf einmal kein karaoke mehr, sondern zu späterer stunde nur noch ein paar rapper. wir ziehen weiter ins "the stage" an der hauptstraße schräg gegenüber von der großen "gaylord"-halle (man beachte den namen!), in dem immer die großen country-music-festival stattfinden, die im fernsehen übertragen werden. the stage ist eine art bühne für leute, die auf ihre große entdeckung in der musikwelt warten. auf der bühne ein blondes all american girl, die auch gut singen kann. aber das können hier wie es aussieht sehr viele. nachher eine schon etwas eingesessenere band (marke local heroes), die mit "sweet home alabama" lieder bringen, bei denen wir sogar mitsingen können. die stimmung: klasse!
reingard und martina verabschieden sich dank müdigkeit. ich schau mir mit den zwei männern noch miss wisconsin an. auch so ein aufstrebendes, ehrgeiziges jungtalent, das mit der ganzen familie hier ist und auf seine entdeckung wartet. willie nelson und johnny cash schauen einen riesengroß aufgemalt von der wand entgegen. auf jeden fall ist nun auch der harte kern ziemlich müde. ab in die heia
Sunday, July 03, 2005
1. tag, so: raus aus nyc
new york - blacksburg
heute geht's endlich los. roadtrip!!! hab schon gestern nach dem konzert alles eingepackt. wieder mal viel zu viel. aber man weiß ja nie, was man so alles brauchen wird. ein bisschen nach 9 uhr holen martina, dieter und eric uns ab. eric ist der english-teacher von den ganzen oesi-lehrern und fährt mit uns die erste woche mit. mehr urlaub kriegt man als amerikaner ja nicht so einfach. auch in meinem büro sind alle voll neidisch, dass ich 3 wochen auf roadtrip bin. noch keiner von denen, hat je soviel vom eigenen land gesehen und auf meine ansage: "ja, dann macht das doch mal. ihr wohnt ja da und für euch ist das doch einfach!" krieg ich nur zu hoeren: "i could never take 3 weeks off. that's impossible!" super. da leben sie nun alle in new york und haben coole jobs, dafuer koennen sie nicht mal urlaub nehmen. arme wuerstchen...
wir fahren ungefaehr um 9.30 los. bei schoenstem sonnenschein und alle sind in hochstimmung...
ich werd nun mal kurz die reisegruppe vorstellen:
reingard. mein roomie... die kennt ihr ja eigentlich. die gniebingerin. meine ersatzschwester in nyc.
martina. auch eine lehrerin. aus kärnten. ich kenn sie eigentlich noch gar nicht so gut. aber eine ganz nette. mit hang zur etwas härteren musik (wir waren ja zusammen auf dem joey ramone gedächtniskonzert).
dieter. noch so ein lehrer und zeitweilig concert-buddy. riesengroßer bob-dylan-fan.
eric. ein echter new yorker. sogar hier geboren. dementsprechend voller macken. mal sehen, ob er es in einem auto voll österreicher aushält.
ich. naja. was soll ich sagen? liebt konzerte und gutes essen.
noch mit dabei: 4 ipods voll unterschiedlicher musik. mein computer und die hoffnung auf flächendeckendes wlan!
ok. wir fahren also mal los. das geliebte new york verlassen wir über die george washington brücke im norden manhattans. aus einem der ipods kommt "leaving new york" von r.e.m. ein klasser song. wir sind alle in bester laune. als erster fahrer ist mal dieter dran. der macht das sowieso gerne. viel aufregendes bietet sich noch nicht. die erste pause machen wir irgendwo in virginia (ev. auch west virginia) so genau geht das ja nicht. wir kaufen einen kassettenadapter für die ipods, weil der itrip der so gut wie gar nicht funktioniert. und der hunger ist auch schon gross. an den highway-abfahrten gibt es alle möglcihen fastfood-ketten und diners. wenn schon roadtrip, dann auch diner. mein clubsandwich ist ja sehr gut.
wir fahren vom highway ab und machen einen umweg durch den shenandoah park. schön grün hier. ungefähr so wie daheim. wir machen ein paar nette fotos und sehen zwei rehe. das ist etwas besonderes, wenn man das ganze jahr in nyc lebt. und jetzt darf reingard ans steuer. noch etwas vorsichtig am anfang. ist ja schließlich ein richtiger van vollgepackt, den wir hier haben. ein toyota siena.
im shenandoah park bleiben wir noch mal kurz stehen, weil wir zu einem wasserfall spazieren wollen. allerdings ist der zu weit weg und so bleibt uns ob der wasserfallgeräusche nur plötzliche klo-not. gibt es hier natürlich nicht. die ösis haben mit wald-klos ja kein problem, aber unser new yorker ist anfangs sehr skeptisch. so natur pur? jedenfalls traut er sich doch.
und nun: leichte müdigkeit. koffein wäre gefragt. wir finden einen dunkin' donuts. und endlich darf ich fahren! nach den zwei "responsible drivers" kommt nun der "meilenfresser" dran. schließlich haben wir noch eine schöne strecke vor uns.
so richtig im fahren bremsen mich die anderen aber ein und schlagen vor in blacksburg nachtquartier zu beziehen. eine unistadt (virginia tech), die im sommer so gut wie ausgestorben ist. wir finden ein holiday inn. mit wlan!
nach einem kurzen "restaurieren" suchen wir die nächste bar. gar nicht so einfach. ist nicht wie new york hier.
wir finden eine art studentenlokal. eric vergisst seine id und kriegt kein bier. also heißt es für ihn zuerst ins hotel zurück laufen. wir vergnügen uns derweil mit kingkongs und ets, die von der decke hängen.
irgendwie sind aber alle müde. der erste tag ist zu ende. aber es folgen ja noch viele.
die truppe:
reingard, martina, dieter, ich und eric
Saturday, July 02, 2005
viel gehoert. nicht soviel gesehen.
live8. endlich. tag des grossen konzertes in philadelphia. das darf man sich natuerlich nicht entgehen lassen.
wir haben das roadtrip-auto schon einen tag früher gemietet, deshalb brauchen wir uns nicht mit irgendwelchen chinatown-bussen herumärgern. wer ist im auto: reingard, dorit, martina, andreas, dieter, carina und ich. alle mit unterschiedlichen musikgeschmack, aber heute dürfte ja wohl für jeden etwas dabei sein.
wir kriegen das auto erst um 9 uhr, deshalb kommen wir erst so um 12.30 in philadelphia an. konzertbeginn ist 12 uhr. der ideale zeitpunkt um sich ein gutes plaetzchen zu sichern war wohl schon am morgen. als wir ankommen, spielt der gute kanye west schon. ich krieg ihn nur mehr von einer videoleinwand mit. hmmm. schade. ist ja mein liebling. es sind zig-tausende menschen da. unzaehlige essen- und getränkestaende. die bühne ist vor dem museum of art aufgebaut. vor dieser gibt es eine sehr lange allee. für alle die nichts sehen koennen, gibt es die ganze allee hindurch videoleinwaende.
wir erwischen einen guten platz. im schatten mit blick auf die bühne. heißt allerdings nicht, dass wir die kuenstler auf der buehne auch gut sehen. wir sehen mehr auf den leinwaenden auf der bühne. trotzdem. das konzertfeeling ist da. wer spielt den nun so alles.... alicia keys (leider nur ein lied und das ist keiner ihrer hits), dave matthews band (nur in den usa populär, aber ich mag die irgendwie), keith urban und toby keith (so country-fritzen), maroon 5, linkin park und jay-z (och die sind ja supergut, die stimmung ist am höhepunkt!), rob thomas, will smith, sarah mclachlan, josh groban, kaiser chiefs und zu guter letzt stevie wonder....
die konzerteindrücke? natürlich ist das eine tolle sache. bob geldof, nelson mandela und viele andere appellieren via videoeinspielung. man sieht videos von hungernden kindern in afrika. das berührt einen natürlich. keine ahnung, ob die konzerte was bewirken, aber ich sehe es prinzipiell positiv. zugegeben: ich bin aber auch da, weil es ein tolles konzert ist. einige amis müssen sich aber wieder mal ums schlechte image ihres landes kümmern.
** als gerade ein video von hungernden kindern in afrika gezeigt wird (es gibt zwischen den künstlern natuerlich immer pausen) fragt ein gelangweilter ami seinen kumpel, wer den grade dran ist. "oh, nobody. there are just a few skinny children on the screen. boring...."
** vor mir campiert eine ganze familie in ihren campingsesseln und macht picknick. abgesehen von einer tochter sind die alle ordentlich beleibt und die mampfen so die ganze zeit und schlussendlich fangen die kids auch noch an mit essen herumzuwerfen. und das auf einer veranstaltung wo es darum geht, den hunger in der welt zu bekämpfen.
** müll ohne ende. ich bin schon viel gewohnt was abfall betrifft, aber bei diesem konzert wird prinzipiell der ganze müll einfach fallengelassen. die allee und der park schauen, nachdem sich die menschenmenge dem ende zu lichtet, aus wie eine müllhalde. so einen egoismus finde ich einfach widerlich. was ist denn bitte schön dabei, wenn ich meinen müll zum naechsten abfalleimer bringe?
die amis sind immer groß im "sich-begeistern" und große reden schwingen, aber die grundprobleme sehen sie mal nicht. einmal mit kleinen veränderungen bei sich selbst anzufangen ist ihnen ein greuel. oder überhaupt einmal die probleme in ihrem eigenen land anzupacken.
nun gut. das konzert ist vorbei. schnell heim und koffer packen für die große reise.
das erste bild ist nicht von mir, sondern von irgendjemand der offensichtlich einen genialen platz hatte. direkt vor linkin park und jay-z!!!

bembe.
ok. der roadtrip geht bald los. und damit mein zimmer nicht leer steht und ich umsonst miete zahle, hab ich es untervermietet. an alison. eine schottin. die ist jetzt schon da und schlaeft noch zwei naechte bei uns auf der coach, bis ich mich westwaerts begebe. da ich ja mittlerweile was socialising betrifft schon profi bin, habe ich mir gedacht, dass ich alison gleich mit meinen freunden bekannt mache. damit sie in ihrem new york monat auch ordentlich was machen kann.
wir fahren also nach williamsburg. günes und dieter treffen. zuerst einmal dinner. wir finden da gleich einen sehr netten italiener. das essen ist sehr gut. und nicht ganz billig ist es sowieso fast überall.
und weiter: ins bembe. diese tolle latin bar. die ösi-party war ja am abend des großen blizzards schon mal da. das ist schon wieder ewigkeiten her. und jetzt eben wieder.
wir betrinken uns ordentlich mit coco loco und sind dann poco loco. schön ist das leben, nicht?
Wednesday, June 29, 2005
sobro..... und fulton fish market
zu jeder zeit muss es in new york ein neues in-viertel geben. man denke da an neighborhoods wie williamsburg oder ganz frueher mal soho...
zum in-viertel wird man natuerlich nicht von heute auf morgen. zu allererst sollte es mal die raeudigste ecke der stadt sein. dann braucht man einen haufen furchtloser und armer kuenstler, die sich die mieten im gerade aktuellen in-viertel nicht mehr leisten koennen. solche findet man schnell mal ;) die kuenstler ziehen dann in die raeudige ecke und renovieren alte haeuser, machen bars auf und schauen, dass sie mit performances oder ausstellungen oder einfach nur gutem essen (die koeche und barkeeper ziehen meistens gleich mit) auf sich aufmerksam machen.
dann schreibt die ny times drueber und so geht das dann dahin bis der letzte wallstreet-langweiler auch dahinziehen will.
heute besuch ich so eine potenzielle raeudige ecke. ich fahre meine freunde daniel und regina besuchen. die haben sich in einem apartment in der south bronx einquartiert. bettina hat mir die south bronx ja immer als supergefaehrliches hoellenloch beschrieben. aber bitte, wird schon nix passieren!
zugegeben, es schaut schon ein bisschen rauher aus, als guenes und ich aus der subway station bei der 139th strasse kraxeln, aber die leute (jo, alles african-american) sind eigentlich nett. erklaeren uns den weg.... alles super soweit.
so raeudig ist es dann auch wieder nicht. es gibt halt bloss nichts ausser projects und eher industriebauten. keine lokale, delis auf den ersten blick.
das apartment von regina und daniel ist sehr schoen. vom dach des gebaeudes geniesst man den ausblick auf harlem.
wir streunen dann ein bisschen durch die gegend. wirkt alles sehr ruhig. im restaurant um die ecke (es gibt auch nicht viele hier) ist leider geschlossene gesellschaft und in der bar nebenan ist alle voll, weil es gerade eine poetry performance gibt (siehe oben.... performances ;)
auf jeden fall gehen wir dann ein stueckchen weiter und finden eine nette bar, wo es gratis hot dogs gibt. und die sind auch noch sehr gut.
ich bin ja gleich mal sobro-begeistert. hab ja sowieso eine schwaeche fuer die etwas erdigeren neighborhoods... harlem!
es ist schon 12 und guenes und ich machen uns auf den heimweg. im zug haben wir die geniale idee noch zum fulton fish market zu gehen. der sperrt aber erst so gegen 2, 3 auf. also noch zu mir. guenes schneidet mir zwischendurch die haare. also nur hinten, aber gar nicht schlecht.
und dann fish market. der ist unten beim south street seaport an der suedspitze manhattans. und glueck haben wir auch. heute ist der letzte tag, an dem der fish market hier ist (und er ist eine institution hier). er uebersiedelt naemlich in die bronx und ist dann nicht mehr so einfach zu erreichen. neben den typen, die da ihren fisch ausladen und zerteilen. zwei frauen erregen da natuerlich gleich wieder aufsehen. weil die touristen kommen ja erst so gegen 6 uhr.
jeder zweite fischzerteiler fragt uns dann, wer wir denn sind, woher wir denn kommen, blabla.... zum schluss kriegen wir aber auch das was wir wollen. unseren gratisfisch... schon praktisch ;)
Saturday, June 25, 2005
mermaids. sharks. jellyfishes. hotdogs.
ok. gerade erst heimgekommen von den russen, kann ich so ueberhaupt nicht schlafen.
und heute ist auch tag der mermaid parade in coney island. so sitze ich also 3 stunden spaeter schon wieder im Q-train.
das wetter ist praechtig und ich noch vollkommen uebernachtig. soll heissen: gar nicht muede.
die parade ist ziemlich nett. die haelfte der frauen laeuft im bikini herum und hat wohl die beste freundin gebeten, ihr mal schnell was auf den body zu painten. die maenner im poseidon-look. ein paar sehr fleissige haben sich fischernetze ihre alten vw-busse montiert oder plastikfische draufgeklebt.
alles sehr improvisiert, aber nett. dafuer, dass es ist groesste parade von irgendwas ist (new york, ostkueste, usa,...?) ist es aber auch wieder nicht so aufregend.
auf jeden fall treffe ich mich mit silvana beim aquarium. ich als tierfreak muss das ja auch gesehen haben. und das aquarium ist schon schoen. mit haien (aber in einem viel zu kleinen aquarium...) und einer spezialausstellung mit quallen. sieht schon interessant aus sowas.
zum abschluss des tages stell ich mich noch freiwillig eine stunde (!) bei nathan's in die schlange um ein hotdog zu kriegen. wenn ich das vorher gewusst haette.
beim heimfahren bin ich dann schon etwas muede zugegeben. als ich dann in manhattan auf der schulter meiner nachbarin aufwache (oh, wie peinlich!!!), sehen ich echt nur mehr das bett herbei.
auf nach brighton beach
die lehrer haben endlich ferien und sind in feierlaune. sehr gut. da ich ja auch schon sowas wie ein halber lehrer bin, nehmen die mich mit ins "national", eine art variete im russischen brighton beach (sueden von brooklyn).
es dauert schon mal ewigkeiten bis ich mit der subway unten bin (muss ja als einzige noch arbeiten, deshalb komm ich spaeter). nach mehr als einer stunde herumfahren bin ich endlich da.
das national ist - sagen wir mal so - pompoes. alles irgendwie mit stuck, gold, dicken teppichen. es gibt eine buehne und davor eine tanzflaeche. die teachers sind schon fein am speisen, als ich komme. das essen ist supergut. in der mitte der tische (es sind alle groessere gruppen da) stehen platten, die andauernd aufgefuellt werden. getraenke kann man selber mitnehmen. ja, praktisch, wenn man noch alkoholvorraete zu vernichten hat. nach jedem haeppchen, das ich mir genehmige, kommt ein kellner gelaufen und bringt mir einen sauberen neuen teller. im laufe des abends verbrauch ich so sicher an die 20 teller. fuer das ganze essen plus show bezahlt man 50 dollar, was bei diesen guten sachen wirklich ok ist.
auf der buehne ist noch ruhe vor dem sturm. aber nachdem die erste saettigungsphase eingetreten ist, wird der saal abgedunkelt und die show geht los. russisches variete... wie ist das nun? ja also vom musikalischen her so wie song contest. eigenartige lieder in einer fremden sprache. dazu noch eigenartiger tanzeinlagen und kostueme, die so furchtbar sind, dass sie schon wieder cool sind.
da gibt's schleier, huetchen, lack und leder. mit steigendem alkoholspiegel finden wir das aber alle sehr bald supercool. wir haben auch noch zwei echte russen am tisch, die uns die liedtexte uebersetzen. irgendwo hab ich noch videos und fotos, sonst kann sich wohl keiner vorstellen, wie das ganze ausgesehen hat. ich hab sowas zuvor halt noch nicht gesehen.
im laufe der nacht stuermen die wilden oesterreicher auch noch die tanzflaeche. endet tut die vodkaorgie bei einer art fruehstueck irgendwo bei sheepsheds bay.
